Rezension: Wintersong

wintersongS. Jae-Jones
Titan Books, 2017
Taschenbuch, 508 Seiten
Amazon / Thalia / Goodreads

All her life, Liesl has heard tales of the beautiful, dangerous Goblin King. They’ve enraptured her spirit and inspired her musical compositions. Now eighteen, Liesl can’t help but feel that her musical dreams and childhood fantasies are slipping away.

But when her sister is taken by the Goblin King, Liesl must journey to the Underground to save her. Drawn to the strange, captivating world she finds–and the mysterious man who rules it–she soon faces an impossible decision. With time and the old laws working against her, Liesl must discover who she truly is before her fate is sealed.

Was im Klappentext wie ein simples Märchen klingt, ist in Wahrheit eine wunderbar gefühlvolle und dicht gewobene Geschichte, die mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat. Selbst jetzt, nach dem Ende würde ich am liebsten weiterlesen.

Beware the goblin men and the wares they sell.

Als ihre Schwester Käthe in den Untergrund verschleppt wird, tut Liesl alles, um sie zurückzuholen. In weiterer Folge wettet sie mit dem listigen Koboldkönig um ihr Leben, verliert und findet sich selbst. Schließlich ist sie diejenige, die im Untergrund bleibt und allmählich mit seinen Geheimnissen vertraut wird. Als unterdrückte Komponistin gibt sie ihre Musik auf, bekommt sie wieder und kann sich besser entfalten als ihr Vater es ihr je erlaubt hat. Aber was sie bekommt, wird ihr wieder genommen, denn so lauten die alten Gesetze. Die Handlung erstreckt sich über zwei Welten und kombiniert Liesls Musik, Erinnerungen und Liebe zu einem gewaltigen Musikstück. Der Koboldkönig stellt Kontrast und Gegenstück zu ihrer Stimme dar, die Geschichte der beiden dreht sich um Tod und Leben, Vergeben und Hoffen. Beide sind vielschichtig und bieten die perfekte Mischung aus bitter und süß, wie gute Schokolade.

Stellenweise habe ich etwas Deutsch aus dem Schreibstil im Englischen herausgehört, nicht nur eingestreute Wörter (Der Erlkönig, mein Herr, Torte), sondern auch bestimmte Formulierungen, die vielleicht nur deutschen Muttersprachlern auffallen. Diese hinterlassen den Eindruck des Übersetzten oder Überlieferten, etwas, das ursprünglich deutschsprachig war oder hätte sein sollen. Dadurch bekommt Liesls Stimme etwas Fremdartiges, aber auch Elegantes. Jae-Jones schafft eine ganz eigene Sprache, in die ich mich immer wieder versenken will wie in ein duftendes warmes Bad – noch ein Aspekt, der ihr Buch einzigartig macht.

So schön die Geschichte auch war, so sehr hat das Ende geschmerzt. Ich werde nichts verraten, aber das Ende ist zum Großteil daran schuld, dass ich mehr will, dass ich noch nicht zufrieden bin. Diese Geschichte ist zu wirklich, um als Märchen durchzugehen, aber fast zu schön, um so zu enden wie sie es nun mal getan hat. Ich hoffe sehr, dass die Autorin bald Nachschub liefert.

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5 Gedanken zu “Rezension: Wintersong

  1. Oh, wow, wie toll, das klingt wie eine ziemlich coole Mischung aus „Labyrinth“ und Christina Rossettis Goblin Market. Kommt auf jeden Fall auf die Will-ich-lesen-Liste 🙂

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